Kapitel 19
Arbeit, Besuch, mehr Besuch, Pizza, Topwetter und Tauwetter. Die Pause ist vorbei und ich bin: wieder da.

Hei ✨
Schön dich hier zu treffen. Das war eine ungeplant lange Pause, die verschiedene Gründe hatte, aber ich bin zurück mit neuen Whispers 🥳. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein neues Kapitel, denn da nicht mehr so viel Neues passiert, habe ich so mehr Zeit, um neue Stories zu sammeln.
In den letzten Wochen wurde meine Wohnzimmerwand mit Bildern geschmückt (freue mich jedes Mal darüber, wenn ich jetzt das Zimmer betrete), hatte gleich mehrfach Besuch, war nochmal auf Ski unterwegs und habe erfolgreich eine Erkältung abgewehrt, die mich für zwei Tage in der Nase gekitzelt hatte. Die Schule ist dabei ein wenig zu kurz gekommen und nach den Winterferien, die hier gerade sind, muss ich mich da auch wieder reinhängen.
Willkommen bei Kapitel 19.
Ehrlich gesagt fiel es mir gar nicht so leicht, zurück in die Schreibroutine zu finden. Aber die Pause war auch gut, um neue Stories sammeln zu können. Ich hatte direkt Besuch von einer Freundin, am Anfang des Monats und damit den ersten richtigen Besuch abseits von Familie 😉. Natürlich mussten ein paar typisch norwegische Sachen probiert werden, wie Kvikk Lunsj Schokolade und Brunost Käse 🐐. Das Norwegen Erlebnis Paket konnte ich dann direkt weiter ausbauen, denn eine weitere Freundin hat auch ein paar Tage hier verbracht, bevor sie dann zu einer großen Reise nach Südostasien aufgebrochen ist. Da hat das Wetter hier alles gegeben fürs Wintererlebnis, und wir haben die Minus fünfzehn Grad Markierung geknackt. Dafür aber auch mit ganz viel Sonnenschein, den wir zum Wandern, Skifahren und Fahrradfahren (sie war verrückt genug) genutzt haben. Für ihre Busfahrt zurück zum Flughafen hatte ich dann auch extra noch einen Elch bestellt, der sich am Straßenrand postiert hatte 😄.
Gestern hat es dann zum ersten Mal, seitdem ich hier wohne, so richtig geregnet. Ich mochte es irgendwie. Obwohl ich den Winter noch nicht leid bin, waren die milden Temperaturen und der Regen im Gesicht beim Fahrradfahren erfrischend. Lebensgeister weckend und daran erinnernd, dass Veränderung kommt. Wie ein kleiner Vorgeschmack auf den Frühling, auch wenn ich wirklich hoffe, dass es schnell wieder kälter wird, denn es ist ein bisschen zu früh für solches Tauwetter. Also geht es in der Story nochmal zurück in den Winter:
Freundinnen & Pizza 🍕
Wolkenloser blauer Himmel über uns, während sich das kleine Auto, Serpentine um Serpentine, in die Höhe schraubt. Hinter mir auf dem Rücksitz: mein Besuch, eine Freundin aus Deutschland. Auf dem Fahrersitz: unser Local Guide heute, eine neue Freundin aus dem Ort hier, die ich beim Strickcafé kennengelernt habe (und sie ist erst Anfang zwanzig 🤣) und die vor Begeisterung über die Landschaft (obwohl sie die kennt) genauso quietscht wie wir. Auf dem Beifahrersitz: ich und ein Rucksack mit heißem Tee und Keksen. Zwischen uns unsere Skiausrüstung, denn wir sind auf dem Weg ins Rondane. Die Straßendecke weiß und kiesig – der Schnee platt gefahren von den Autos, die vor uns hier entlang sind. Es tut richtig gut, mal was anderes zu sehen und wie leicht es sich im Tal vergessen lässt, was für Wahnsinns Natur direkt um die Ecke ist 🗻. Wir parken auf 900 m Höhe. Unser Local Guide kennt hier alle Skiloipen und schlägt uns zwei vor: eine einfache flache oder eine mit Anstiegen und Abfahrten, aber einem Versprechen auf eine tolle Aussicht auf die umliegenden Gipfel. Welche wir nehmen? Natürlich die Panoramaroute und das, obwohl ich erst dreimal auf Ski stand und es für meine Freundin heute sogar das erste Mal ist. Aber der Ehrgeiz hat uns gepackt. Also werden die Ski, die wir am Morgen noch schnell in der Bibliothek ausgeliehen haben (was schon Spannung genug hatte, denn »Oh, da muss ich aber mal schauen, ob noch was frei ist«, war der Kommentar der Angestellten, der mich kurz in Panik versetzte. Dann gab es aber tatsächlich noch ein Paar passende Ski, das letzte) angeschnallt und ab in die Loipe. Die Tour beginnt direkt mit einem langen Anstieg, vorbei an kleinen und größeren Hütten, die hier wohl im Millionenbereich liegen dürften. Dann ebnet sich der Schnee vor uns und wir betrachten mit Staunen und auch Ehrfurcht die Szene vor uns: Erst eine weithin sichtbare weiße Fläche, die hier und da von ein paar Bäumen durchbrochen wird. Darüber ein Himmel wie aus einem Stück. Und dazwischen ein Panorama mächtiger Gipfel, von denen die meisten über 2000 m sind. Die Konturen gezähmt durch die Schneedecke. Wir setzen uns an einen der Tische und packen die Rucksäcke aus, während die Blicke immer wieder umher wandern.
Unserem Local Guide kommt die Idee, dass wir auch eine Runde drehen können, anstatt jetzt wieder zurückzufahren. Die Runde sei allerdings mit ein paar Abfahrten. Doch wir beiden Newbies wollen auf gar keinen Fall schon zurück, also geht es weiter auf der Ebene. Links ragen noch die oberen Teile von Schildern aus dem Schnee, die im Sommer die Wanderwege beschreiben – man merkt erst, wie hoch der Schnee liegt, wenn man seinen Fuß neben die plattgefahrene Loipe setzt. Man könne von hier auch weiter hinein zu einer bewirteten Hütte, aber das sei eine Meile weit entfernt, meint unser Guide. Wir sind verwirrt, klingt doch gar nicht weit weg, aber auf Nachfrage stellen wir fest, dass eine Meile hier zehn Kilometer sind. Upsii 😆. Dann geht es abwärts durch einen verwunschen aussehenden Wald. Kahle, gedrungene Bäume mit Flechten und Moos bewachsen, ragen im Kontrast aus dem hellen Schnee heraus. »Viel Glück, ich warte unten auf euch«, hören wir noch von meiner Freundin und dann ist sie verschwunden. Wir anderen beiden schaffen die Abfahrt, trotz Gegenverkehr, aber tatsächlich ohne Sturz (vielleicht ein kleiner, aber der zählt nicht, weil er erst am Ende war, wo es schon wieder flach war) und in der Mandarinenkurve treffen wir wieder alle drei zusammen und setzen uns nochmal zur Pause in die Sonne. Die Sonnenmilch auf unseren Gesichtern war eine gute Entscheidung heute Morgen. Dann geht es weiter durch den Wald, eine Abfahrt nochmal und das letzte Stück ist dann fast eben. Zum Glück, denn so langsam merken wir unsere Muskeln, die wahrscheinlich viel zu viel gearbeitet haben und etwas verkrampft sind 😅.
Nach über drei Stunden und bestimmt zwölf bis fünfzehn Kilometern sind wir wieder am Parkplatz. Die Gipfel ringsum verabschieden uns mit einer leichten Rosafärbung im Abendlicht. Von unterwegs aus bestelle ich Pizza, die wir dann gemeinsam bei mir zu Hause verspeisen. Die Wangen glühen, die Augen leuchten und die Pizza schmeckt hervorragend. Ein perfekter Tag 💙

Inspiration
Ein Throwback Song, der letzte Woche wieder auf meinem Radar aufgetaucht ist.
Level Up ⬆️
Heimatgefühl 🚌
Ich bin in den Bus eingestiegen und der Fahrer wusste, wo ich aussteigen wollte.
Frühlings Vorgefühl 🏵️
Der wärmste Tag dieses Winters mit 5 Grad plus und Sonne, bevor es nochmal richtig kalt wurde. Tat mal gut.
Besuch 🛏️
Gleich zweimal hatte ich diesen Monat Besuch von Freundinnen.
Bis zum nächsten Mal ✨