Kapitel 18
Unterwegs sein, Quality Time und Erinnerungen sammeln. Klingt ganz nach und war auch: Auszeit.

Hei ✨
Schön dich hier zu treffen. Der Februar ist da, ich erwarte zum ersten Mal so richtigen Besuch und freue mich riesig darauf, meine neue Heimat zu zeigen. Zuerst aber war ich selber noch unterwegs; es ging nach Oslo. Die Farben dieses Kapitels stammen aus einer breiten Palette an Gefühlen, die sich vor allem dort in der Hauptstadt gemischt haben. Für das Chaos musste ich erstmal selber eine Struktur finden und daher mit einem Tag Verspätung:
Willkommen bei Kapitel 18.
Metro & La Ola 🚋
Schnee weht seitlich am Fenster vorbei. Aufgewirbelt durch die Räder, die über die Schienen rattern, wird der Zug langsamer, während er in den Bahnhof einrollt. Die Wolken hängen so tief, dass der Horizont verschwindet. Letzte Nacht hat es nochmal geschneit, auch in Oslo, wo ich das Wochenende mit meinen Eltern verbracht habe. Die Tage waren eine kleine Auszeit, und gleichzeitig ist Großstadt auch immer anstrengend für mich. So viele Eindrücke und so viele Menschen und so ein Auf und Ab von Energie.
Die Hinfahrt. Ich liebe es, unterwegs zu sein. Die Sonne geht orange leuchtend hinter den Bergen am anderen Ufer des Sees unter. Vor mir sitzt ein Mädchen mit ihrer Oma. Die Enkelin fordert zum Starr-Wettkampf heraus und die Oma zieht durch 😉. Ich habe meine Snacks schon alle aufgegessen, daher schiele ich neidisch rüber auf die andere Sitzreihe, wo gerade eine Packung Kekse geöffnet wird.
Am Flughafen warte ich auf meine Eltern, die kurz zuvor gelandet sind. Eine junge Mutter steht an dem Zollschalter, während ihr Sohn kleine Kieselsteine durch die Gegend kickt. Sie hält das Kuscheltier des Sohnes, einen dunkelbraunen Plüschelch, auf dem Arm, während sie mit dem Beamten verhandelt. Ich beiße ein Stück von meinem Donut ab. Weiter hinten sehe ich eine kurze Hose rumlaufen. Na klar, eine gibt es immer. Der Elch bewegt sich. Es ist ein kleiner Hund.
Mitten in Oslo. Ich bin umgeben von ganz vielen Menschen: in der Bahn, der Metro, auf den Bürgersteigen, und es überkommt mich eine Einsamkeit, wie ich sie selten spüre. Irgendwas zwischen Sehnsucht und sich fremd fühlen. Vielleicht, weil es hier in der Großstadt viel mehr junge Menschen sind, und es sich einfach anfühlt, als wären sie ewig weit weg. So, als würde ich nie richtig Teil davon sein können. Ich fühle mich, als stünde mein Häuschen in einem anderen Land und als wäre ich Touristin hier, alles lediglich von außen betrachtend.
Auf der Piste. Wir haben Schlitten ausgeliehen. Die Sonne lässt den Schnee glitzern. Die Kurve ist vereist. Bremsen geht nicht. Man muss driften. Jemand kriegt die Kurve nicht und rast samt Schlitten geradeaus, fliegt kurz, landet tief und fährt weiter. Zwei Kilometer Abfahrt. Lachen löst sich aus meiner Kehle und schüttelt mich so durch, wie die Buckel auf dem letzten Stück. Dann warten auf die Metro. Hinauf und erneut hinab.
Muskelkater auf den vielen Treppenstufen. Die Tribüne bebt, als hunderte von Menschen mit den Füßen trampeln. Das Spielfeld unter uns vibriert vor Energie. Es dröhnt noch in den Ohren auf dem Weg zurück zur Unterkunft.
Ihr steigt hier aus und fliegt südwärts. Ich fahre weiter nach Norden. Irgendwie komisch. Würde auch gerne mit euch kommen.
Ich werde angerufen. Eine neue Freundin aus dem Strickcafé. Ich spreche Norwegisch. Wir planen eine Skitour. Vielleicht bin ich doch nicht so weit weg.
Schnee weht seitlich am Fenster vorbei. Letzte Nacht hat es nochmal geschneit. Ich freu mich auf Zuhause.
Inspiration
Das Lied wurde mir neu reingespült und passt irgendwie in diese Woche.
Level Up ⬆️
Sonnenschein 🪟
Seit einer Woche kommt die Sonne wieder bis ins Haus.
Stadion 🏟️
Das erste Mal in nem vollen Stadion gewesen.
Neue App 📱
Ab jetzt bekomme ich eine Meldung, wenn die Mülltonnen raus müssen 😂
Bis zum nächsten Mal ✨