Kapitel 16
Neue Farben, Routine finden und planen. Die dunkle Jahreszeit wird langsam abgeschüttelt, als wenn alles eine Notiz hätte, auf der steht: Erwachen.

Hei ✨
Schön dich hier zu treffen. Diese Woche hatte ich das Gefühl, in meinem neuen Alltag angekommen zu sein und habe langsam zurück in eine Routine gefunden. Die Sonne kehrt langsam zurück und das Thermometer kletterte immer wieder in die rote Zahlen. An meinem freien Tag hab ich mich ins kreative Chaos gestürzt und von morgens bis abends genäht. Viel mehr ist auch gar nicht passiert.
Willkommen bei Kapitel 16.
Was ist das denn, dachte ich letzte Woche bei dem Blick auf die Wettervorhersage. Rote Zahlen? Sechs Grad plus? Tauwetter? Brauch ich jetzt aber noch nicht 😉. Es wurde dann zum Glück auch nicht ganz so warm, sondern pendelte immer um den Gefrierpunkt. Der schöne Schnee ist also noch da, nur nicht mehr so fluffig, sondern eisiger. Auch auf den weichen Kuppen der Berge ringsherum ragen wieder ein paar Pflanzen hervor und die Bäume und Sträucher haben ihre eisige Schuppenhülle verloren. Von mir aus kann es gerne noch länger kalt bleiben, Hauptsache, das Licht kommt zurück.
Das Sprachcafé hat angefangen, wo es auch direkt wieder viel zu lachen gab, als norwegischer Akzent auf ukrainische (wo die meisten Anderen herkommen) Aussprache traf und umgekehrt. Hin und wieder brauche ich einen Tag, wo ich nichts anderes mache, als an einem Nähprojekt zu arbeiten und das war diese Woche der Fall. Danach sah das Zimmer aus wie explodiert, aber das hab ich gebraucht und es tut gut, mal komplett abzuschalten.
Ansonsten habe ich diese Woche ganz viel geplant für den nächsten Monat. Da ist ganz schön was los im Februar 🤗. Zum einen hat sich Besuch angekündigt, und zum anderen bin ich auch selber zweimal unterwegs (und obwohl ich den Schnee und die Kälte noch nicht leid bin, erwische ich mich ab und zu dabei, wie ich über Sommerurlaub nachdenke, aber das hat noch etwas Zeit).
Jetzt nehme ich dich noch mit zu einem Moment aus dieser Woche, der mir ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert hat.
Farben & Licht 🚲
Mein Wecker klingelt. Blind greife ich danach und stelle ihn aus. Blind eher, weil keine Brille auf, als dass es stockdunkel wäre, denn der Raum wird schon etwas vom Wecker erhellt. Er simuliert einen Sonnenaufgang, was tatsächlich hilft. Fühlt sich trotzdem zu früh an und zu kalt. Ich würde auch gerne simulieren und liegen bleiben. Es dauert ein paar Minuten, ehe ich mich überredet kriege, die Bettdecke abzustreifen. Schnell werfe ich Socken und meinen warmen Wollpullover, den ich hier im Haus wie eine zweite Haut trage, über, bevor ich zum Fenster tappse, es schließe und die Heizung darunter anmache. Der schlimmste Schritt ist geschafft, denn in den restlichen Räumen ist es wärmer.
Schlurfend finde ich meinen Weg in die Küche und setze Wasser auf den Herd, bevor es hinüber zum Kamin geht. Heute zickt er nicht rum und nach ein paar Augenblicken leuchtet es mir golden entgegen. Das hatte ich in den letzten Tagen auch schon mal anders 😤. Dann betrachte ich meine Hände, denn egal wie sehr ich aufpasse, ich habe danach immer irgendwo Asche an mir oder meinem Pullover. Die Ärmel waren auf jeden Fall mal heller… Während ich noch die zunehmende Wärme genieße, fängt der Kessel in der Küche an zu sirren. Das Sirren steigert sich schnell zu einem durchdringenden Pfeifen - wer bis jetzt noch nicht wach war, ist es nun. Mit einer heißen Tasse Tee setze ich mich an den Tisch und schlage mein Buch auf. Zum Frühstück gibt es ganz simples Porridge. Vor einigen Tagen hab ich wieder angefangen, in mein Journal zu schreiben und mein Planer liegt aufgeschlagen vor mir. Fühlt sich gut an, Struktur zu haben.
Ich packe den Rucksack, die Ruhe ist vorbei, denn ich bin wie üblich eigentlich fünf Minuten zu spät dran, obwohl ich vor einer Stunde noch gut in der Zeit lag. Schnappe mir mein Fahrrad und schiebe es durch den Schnee bis zur Straße. Nach den ersten Metern auf dem Sattel drehe ich jedoch fluchend um, weil mir auffällt, dass ich was Wichtiges vergessen habe. Also parke ich das Rad und renne durch den Schnee zum Haus zurück. Ein Blick auf die Uhr, hui, jetzt ist es aber richtig knapp. Zurück zum Rad und ein zweiter Anlauf. Nach der Hälfte des Weges ärgere ich mich nicht mehr und nehme meine Umgebung wahr.
Was ich sehe, sind: Farben. Das war letzte Woche aber noch nicht so. Verwundert lasse ich meinen Blick streifen. Wirklich, es sind nicht mehr nur dunkle und helle Schemen, sondern es beginnen sich einzelne Farben abzuspalten. Ich kann das Braun der Bäume erkennen und das Rot der einzelnen Häuser auf den schneebedeckten Berghängen. Über mir hat sogar schon der Himmel angefangen, sich blau zu färben, so als wäre er gerade eben erwacht.
Bisher habe ich es nur an den Abenden gemerkt, dass die Tage wieder länger werden. Richtig hell ist es natürlich noch nicht, aber doch genug, um eigentlich kein Licht mehr zu brauchen. Das ist ein ganz anderes Gefühl, wenn die Fahrradlampe nur noch leuchten muss, damit man gesehen wird und nicht mehr, damit man selbst sehen kann! Die Erkenntnis beflügelt mich und ich kann die neue Energie spüren, die sich anbahnt.
Wie durch Zauberhand komme ich auch pünktlich an der Schule an 😉
Inspiration
Das Jahr kommt ins Rollen und mal schauen, wo es hinführt. Mit diesem Song auf jeden Fall erstmal vorwärts 💛
Level Up ⬆️
Pick & Mix Süßigkeiten 🍬
Warum ist das Gefühl viel besonderer bei Süßigkeiten, die man sich in ner Tüte selber zusammen stellt?
Tageslicht 🔅
Seit der Wintersonnenwende ist es bereits über eine Stunde länger hell und es werden täglich mehrere Minuten mehr.
Handball WM 🤾♂️
Ich hab zwei Flaggen gehisst und hoffe, dass ich mich nicht entscheiden muss 😅
Bis zum nächsten Mal ✨